Ziele: Mit der Aufstellung eines kommunalen Wärmeplans wird für die Kommune ein Instrument zur strategischen Ausrichtung der Wärmeversorgung geschaffen.
Inhalt:
Fördervorhaben: KSI-Erstellung eines kommunalen Wärmeplans für die Stadt Schmalkalden
Förderkennzeichen: 67K28902
Projektlaufzeit: 01.10.2024 bis 30.06.2026
Fördermittelgeber: Bundesministerium für Wirtschaft und Klimaschutz mit dem umsetzenden Projektträger ZUG GmbH
Beauftragter Dienstleister: greenventory GmbH, Freiburg im Breisgau
Mittels Bestands- und Potenzialanalyse soll der vor Ort beste und kosteneffizienteste Weg zu einer klimafreundlichen und fortschrittlichen Wärmeversorgung ermittelt werden. Hierfür erhält die Stadt Zuwendungen aus Mitteln der Nationalen Klimaschutzinitiative des Bundesministeriums für Wirtschaft und Klimaschutz (BMWK).
Kommunale Wärmeplanung in Schmalkalden
Mit der Kommunalen Wärmeplanung stellt die Stadt Schmalkalden die Weichen für eine klimafreundliche, sichere und zukunftsfähige Wärmeversorgung. Ziel ist es, die Wärmeversorgung bis zum Jahr 2045 treibhausgasneutral zu gestalten. Der Wärmeplan analysiert den aktuellen Stand der Wärmeversorgung und zeigt mögliche Entwicklungspfade für die Zukunft auf. Er dient als strategische Orientierung für Kommune, Bürgerinnen und Bürger sowie Unternehmen.
Was ist ein kommunaler Wärmeplan?
Der kommunale Wärmeplan ist ein strategisches Planungsinstrument, das die bestehende Wärmeversorgung sowie zukünftige Versorgungsmöglichkeiten betrachtet. Er schafft Transparenz über den Wärmebedarf, eingesetzte Energieträger und vorhandene Potenziale im Stadtgebiet. Der Wärmeplan hat keine rechtliche Außenwirkung, begründet keine Verpflichtungen und ersetzt keine individuelle Energieberatung.
Ziele der Kommunalen Wärmeplanung
Ziel der Kommunalen Wärmeplanung ist es, den Ausstoß von Treibhausgasen im Wärmesektor zu reduzieren und den Anteil erneuerbarer Energien zu erhöhen. Gleichzeitig soll die Wärmeversorgung langfristig bezahlbar, zuverlässig und unabhängig von fossilen Energieträgern gestaltet werden. Durch eine gezielte Planung sollen Investitionen besser vorbereitet und zukünftige Entwicklungen frühzeitig berücksichtigt werden.
Vorgehen bei der Wärmeplanung
Die Kommunale Wärmeplanung erfolgt in mehreren aufeinander aufbauenden Schritten. Zunächst wird der aktuelle Zustand der Wärmeversorgung erfasst. Anschließend werden mögliche Potenziale für eine klimafreundliche Wärmeversorgung untersucht. Die Ergebnisse dienen als Grundlage für weitere Planungen und Entscheidungen auf kommunaler Ebene.
Bestandsanalyse – Aktuelle Wärmeversorgung
In der Bestandsanalyse wird untersucht, wie Gebäude in Schmalkalden derzeit beheizt werden und wie hoch der Wärmebedarf in den verschiedenen Sektoren ist. Dabei werden Gebäudetypen, Baualtersklassen und genutzte Energieträger betrachtet. Die Analyse zeigt, dass der Gebäudebestand vergleichsweise alt ist und fossile Energieträger aktuell noch den größten Anteil an der Wärmeversorgung haben. Besonders der industrielle Bereich weist einen hohen Wärmebedarf auf.
Potenzialanalyse – Zukünftige Möglichkeiten
Die Potenzialanalyse untersucht, welche erneuerbaren Energiequellen und Einsparpotenziale in Schmalkalden grundsätzlich zur Verfügung stehen. Betrachtet werden unter anderem Solarenergie, Geothermie, Abwärme aus Industrie und Abwasser, Biomasse sowie Wärmepumpen. Die Ergebnisse zeigen, dass die technisch verfügbaren Potenziale rechnerisch ausreichen würden, um den Wärmebedarf im Stadtgebiet zu decken. Für eine Umsetzung sind jedoch weiterführende Prüfungen erforderlich.
Zentrale und dezentrale Wärmeversorgung
Die Ergebnisse der Wärmeplanung zeigen, dass sowohl zentrale Lösungen wie Wärmenetze als auch dezentrale Heizsysteme künftig eine Rolle spielen können. In geeigneten Gebieten können Wärmenetze den Einsatz erneuerbarer Wärmequellen ermöglichen. In anderen Bereichen sind dezentrale Lösungen, etwa Wärmepumpen oder Solarthermieanlagen, sinnvoll. Die Eignung hängt von den örtlichen Gegebenheiten ab.
Bedeutung für Bürgerinnen und Bürger
Die Kommunale Wärmeplanung dient der frühzeitigen Information und Orientierung. Sie zeigt mögliche Entwicklungen der Wärmeversorgung auf und unterstützt Bürgerinnen und Bürger bei langfristigen Planungsentscheidungen. Aus dem Wärmeplan ergeben sich jedoch keine Verpflichtungen zur Umsetzung bestimmter Maßnahmen.
Was die Kommunale Wärmeplanung nicht ist
Die Kommunale Wärmeplanung ist keine gebäudegenaue Planung und keine individuelle Energieberatung. Sie hat keine rechtliche Außenwirkung und begründet keine einklagbaren Rechte oder Pflichten für Grundstücks- oder Gebäudeeigentümer.
Aktueller Stand der Kommunalen Wärmeplanung
Die Bestands- und Potenzialanalysen für Schmalkalden wurden abgeschlossen. Derzeit werden die Ergebnisse ausgewertet und die identifizierten Potenziale weiter geprüft. Die Stadt Schmalkalden wird die Öffentlichkeit regelmäßig über den weiteren Fortschritt der Kommunalen Wärmeplanung informieren.
FAQ – Häufig gestellte Fragen zur Kommunalen Wärmeplanung
Muss ich meine funktionierende Heizung jetzt austauschen?
Nein. Bestehende Heizungen können grundsätzlich weiter betrieben und – wenn erforderlich – auch repariert werden. Aus der kommunalen Wärmeplanung ergibt sich keine unmittelbare Austauschpflicht.
Ich plane in den nächsten Jahren eine neue Heizung. Soll ich warten?
Das hängt vom Einzelfall ab. Die kommunale Wärmeplanung kann eine Orientierung geben, ersetzt aber keine individuelle Fachberatung. Vor größeren Investitionen empfiehlt sich eine Energieberatung, um die für Ihr Gebäude passende Lösung zu prüfen.
Wird mein Wohngebiet an ein Wärmenetz angeschlossen?
Aus der Wärmeplanung allein ergibt sich noch kein automatischer Wärmenetzausbau. Identifizierte Eignungsgebiete zeigen zunächst Potenziale auf. Ob und wann konkrete Netze entstehen, wird in weiteren Schritten untersucht.
Was passiert, wenn mein Gebiet nicht für ein Wärmenetz geeignet ist?
Dann können dezentrale Lösungen – beispielsweise Wärmepumpen, hybride Systeme oder andere erneuerbare Heiztechnologien – perspektivisch geeignete Optionen sein.
Bedeutet Wärmeplanung, dass Gasheizungen verboten werden?
Nein. Die kommunale Wärmeplanung verbietet keine Heiztechnologien. Sie zeigt Entwicklungspfade und Optionen für eine zukünftige Wärmeversorgung auf.
Muss ich als Eigentümer jetzt schon Maßnahmen ergreifen?
Nein. Es gibt durch den Wärmeplan keine unmittelbare Verpflichtung zu Handlungen. Er dient der Orientierung für langfristige Entscheidungen.
Was bedeutet die Wärmeplanung für Mieterinnen und Mieter?
Direkte Verpflichtungen entstehen für Mieterinnen und Mieter nicht. Die Wärmeplanung kann aber langfristig Einfluss auf Modernisierungen und zukünftige Versorgungsstrukturen haben.
Wird es künftig Fördermöglichkeiten für Maßnahmen geben?
Für viele Maßnahmen im Bereich Sanierung und Heizungsmodernisierung bestehen bereits Förderprogramme. Bei zukünftigen Projekten, etwa im Bereich Wärmenetze, können weitere Fördermöglichkeiten relevant werden.
Welche Rolle spielen Sanierungen bei der Wärmewende?
Eine große. Neben neuen Heiztechnologien ist die Senkung des Wärmebedarfs durch energetische Sanierungen ein wesentlicher Baustein für eine erfolgreiche Wärmewende.
Was bedeutet ein „Eignungsgebiet“?
Ein Eignungsgebiet ist kein festgelegtes Ausbaugebiet, sondern ein Bereich, in dem bestimmte Versorgungsformen – etwa Wärmenetze – grundsätzlich als besonders geeignet erscheinen könnten.
Sind die Ergebnisse des Wärmeplans endgültig?
Nein. Die kommunale Wärmeplanung ist ein fortlaufender Prozess und wird regelmäßig überprüft, weiterentwickelt und an neue Rahmenbedingungen angepasst.
Warum dauert die Umsetzung so lange?
Die Wärmewende betrifft Infrastruktur, Gebäude und Investitionen mit langen Planungs- und Umsetzungszeiträumen. Deshalb ist die kommunale Wärmeplanung bewusst langfristig angelegt.
Was bringt mir die Wärmeplanung konkret?
Mehr Orientierung und Planungssicherheit. Sie hilft, zukünftige Entwicklungen besser einzuschätzen und Investitionsentscheidungen informierter zu treffen.
Häufige Missverständnisse
Bedeutet kommunale Wärmeplanung automatisch Fernwärme für alle?
Nein.
Muss ich sofort auf eine Wärmepumpe umsteigen?
Nein.
Legt die Stadt fest, welche Heizung ich künftig nutzen muss?
Nein.
Ersetzt der Wärmeplan eine Energieberatung?
Nein.
Weitere Fragen?
Fragen zur Kommunalen Wärmeplanung können an die Stadtverwaltung Schmalkalden gerichtet werden:
Frau C. Erdenberger, Bauamt, Sachgebiet 60/1
T +49 (0) 3683 667 219
F +49(0) 3683 667 219
E-Mail c.erdenberger@schmalkalden.de
Nationale Klimaschutzinitiative
Mit der Nationalen Klimaschutzinitiative initiiert und fördert die Bundesregierung seit 2008 zahlreiche Projekte, die einen Beitrag zur Senkung der Treibhausgasemissionen leisten. Ihre Programme und Projekte decken ein breites Spektrum an Klimaschutzaktivitäten ab: Von der Entwicklung langfristiger Strategien bis hin zu konkreten Hilfestellungen und investiven Fördermaßnahmen. Diese Vielfalt ist Garant für gute Ideen. Die Nationale Klimaschutzinitiative trägt zu einer Verankerung des Klimaschutzes vor Ort bei. Von ihr profitieren Verbraucherinnen und Verbraucher ebenso wie Unternehmen, Kommunen oder Bildungseinrichtungen.





