Weidebrunn

Stadtteil WeidebrunnWeidebrunn erstreckt sich auf einer Länge von etwa 1 km in der hier etwa 500 Meter breiten Talaue der Schmalkalde, nördlich von Schmalkalden. Die sanft ansteigenden, landwirtschaftlich genutzten Hänge im Buntsandstein reichen bis zu dem 569 m hohen bewaldeten Kohlberg hinauf. Unterhalb des Ortes tritt das Gespringe, eine starke Karstquelle, an die Oberfläche, dessen Wasser nach kurzem Lauf in die Schmalkalde mündet. So ist auch der Ortsname als Brunnen auf der Viehweide zu verstehen. 1340 wird das Dorf im hennebergischen Urbarium unter den zu Schmalkalden gehörenden Orten als Weytenburn genannt. 1406 erscheint er als Weitenborn (Henneberger Urbarium 4, 149), 1585 als Weidenborn (Ost) und 1832 in der Schreibweise Weidenbrunn.

1585 bestand der Ort aus 23 Haushalten mit ca. 95 Einwohnern in dem Ort, 1827 waren es bereits 312 Einwohner, im Jahr 1900 wurden 463 und 1948 898 Einwohner gezählt. Gegenwärtig leben in Weidebrunn 790 Einwohner. 1619 gehörte er zum Oberamt Schmalkalden, 1807 zum Kanton und Friedensgerichtsbezirk Seligenthal, 1813 wieder zum Amt Schmalkalden. Ab 1821 war der Ort der Kreisverwaltung und dem Landgerichtsbezirk Schmalkalden unterstellt. Das Dorf ist bereits seit 1747 nach Schmalkalden eingepfarrt. Am 01.08.1950 wurde Weidebrunn in die Stadt Schmalkalden eingemeindet. Im Jahr 1406 belehnte Graf Wilhelm I. von Henneberg - Schleusingen den Kanoniker Berthold Grisel gemeinsam mit dessen Neffen Bernhard Theyn (Chorherrenstift zu Schmalkalden) mit zwei Gütern in Weidebrunn. Bis in das 16. Jahrhundert war das Schmalkalder Stift mit den beiden Gütern in Weidebrunn belehnt. Ein herrschaftliches Vorwerk, zu dem auch eine Schäferei gehörte, versorgte die Bewohner des in östlicher Richtung der Stadt Schmalkalden gelegenen Schlosses Wilhelmsburg (1585-1589 erbaut ).

Zur Verarbeitung der in der Nähe abgebauten Eisenerze, errichtete Dr. Siegfried Happel, ein hessischer Amtsmann, im Jahre 1656 oberhalb des Dorfes einen Stahlhammer. Es entstand ein Blauofen, benannt nach der bläulichen Färbung des Eisens beim Schmelzen. 1835 wurde an dieser Stelle die Neue Hütte angeblasen, eine Technische Anlage, die bis 1870 erweitert und im Jahr 1924 still gelegt wurde. Seit 1966 unter Denkmalschutz gestellt, immer wieder neuen Rekonstruktionen unterworfen, wurde die Hüttenanlage als Technisches Denkmal und Museum für das Eisenhüttenwesen und die Schmalkalder Kleineisenindustrie hergerichtet.