Näherstille

Stadtteil NäherstilleNäherstille erstreckt sich beiderseits des Baches Stille, in die am unteren Ortsrand der Asbach mündet. Das breite Tal der Stille wird agrarisch genutzt. Die bewaldeten Buntsandsteinberge, die über 400 m Höhe ansteigen, ziehen sich weit zurück. Lediglich bei Näherstille verengt sich das Tal zwischen dem 370 m hohen Gackenberg im Osten und dem Grasberg (438 m) im Westen. Die Stille verweist mit ihrem Namen auf einen Bach mit geringerem Gefälle. Der Ort wird 1333 (Henneberger Urbarium 5, 144) urkundlich erwähnt, als das Schmalkalder Stift zwei Güter in Nydern Stylla erwirbt. 1333 wird das Halbe Vorwerke zu Näherstille vom Ritter Wolfram Schrimpf gegen Güter zu Helba eingetauscht. 1345 übereignet Graf Heinrich VIII. von Henneberg dem Dekanat ein Gut zu Nidern Stilla. Als Nehirn Stilla erscheint es im Jahr 1360 (Henneberger Urbarium 3, 45).

Im Ort befanden sich zwei Stiftsgüter, der Kapitelhof und der dem Schmalkalder Stadtrat gehörende Mönchshof. Der Kapitelhof war ein Fachwerkbau des 15. Jahrhunderts, blieb zwar in seiner ursprünglichen Form nicht mehr erhalten, wurde jedoch aufgrund seiner baulichen Besonderheiten unter Denkmalschutz gestellt. Mit den Stiftsgütern war die Schäfereigerechtigkeit verbunden. Die Einwohner des Ortes betrieben Landwirtschaft. Ende des 16. Jahrhunderts wird eine Mahlmühle erwähnt, im 19. Jahrhundert eine Ziegelhütte unterhalb des Dorfes Näherstille.
Es war je nach dem Lehensverbande unter die Ämter Schmalkalden und Hallenberg geteilt, erst 1791 wurden beide Teile vereinigt und gehörte seitdem ganz zum Amt Schmalkalden. Die landesherrlichen Rechte des Amtes Hallenberg gingen auf ehemaligen Besitz der Hartenberger, seit 1379 Römhilder Linie des Hauses Henneberg, zurück. So war 1420 das Dorfgericht im Besitz dieser Linie.
Eingepfarrt nach Schmalkalden wurde das Dorf 1747. Im Jahr 1807 war Näherstille dem Kanton Floh zugeteilt, kam 1813 wieder zum Amt Schmalkalden zurück und war ab 1821 unter die Kreisverwaltung Schmalkalden gestellt. Mit Wirkung vom 01.01.1978 wurde die Gemeinde Näherstille in die Stadt Schmalkalden eingemeindet. Statistisches Material über das zahlenmäßige Anwachsen der Bevölkern steht uns seit 1832 zur Verfügung.

1832 55 Wohnhäuser mit 266 Einwohnern
1846 53 Wohnhäuser mit 362 Einwohnern
1895 500 Einwohner
1935 973 Einwohner
1948 1264 Einwohner

Zur Zeit wohnen in der Ortschaft 1010 Einwohner.