Porträt Wernshausen

Es muss für die ersten Siedler geradezu verlockend gewesen sein: zwei Täler, das der Schmalkalde vom Osten, das der Rosa vom Westen, mündeten hier in das Werratal ein. Der Wald mit apotheke kleinseinem Wild und der Fluss und die Bäche mit ihrem Fischreichtum boten reichlich Nahrung. Das waren die naheliegenden Gründe für die erste Anlage einer Siedlung. Wald und Wasser waren für die Entwicklung Wernshausens in den kommenden Jahrhunderten von großer Bedeutung, der Wald für die Holzgewinnung, die Holzverarbeitung und die Köhlerei und das Wasser als Arbeitskraft für Mühlen und Sägewerke und als Flößerei-Verkehrsweg für den Holztransport.

Die ersten Ansiedlungen entstanden etwa um die Zeit 500 bis 600 als vermutlich einwandernde Franken, die von Westen und Südwesten Deutschlands her, meist dem Lauf der Flusstäler folgend, auch in unsere Gegend gekommen sind und das Land in ihren Besitz nahmen.

Der Ortsname Wernshausen ist zusammengesetzt aus dem althochdeutschen Personennamen "Wern" oder "Werno", das gleiche wie Werner und der in Ortsnamen sehr häufigen Endung "hausen", so dass der Name Wernshausen bedeutet: "Der Ort oder die Stätte zu oder bei den Häusern des Wern".

flossfahrt kleinDie älteste urkundlich Erwähnung durch den Pabst Lucius III. ist aus dem Jahre 1184 und wurde in Verona ausgestellt. Die Flößerei wurde erstmals 1563 erwähnt. Über drei Jahrhunderte war die Werraflößerei die wichtigste Erwerbsquelle der Wernshäuser. Das Holz wurde bis nach Hannoversch-Münden, teilweise sogar bis nach Bremen geflößt. Ihren Höhepunkt erlebte die Flößerei Mitte des 19. Jahrhunderts. Zu dieser Zeit lebten 150 Flößerfamilien im Ort. Die Eröffnung der Werra-Eisenbahn am 1. November 1858 war das Ende der Werra-Flößerei. Der Wegfall dieser Erwerbsquelle verstärkte die bereits 1850 begonnene Auswanderung Wernshäuser Einwohner nach Nordamerika. Aus den Jahren 1850 bis 1885 sind insgesamt 630 Namen von Auswanderern überliefert.

Im letzten Jahrzehnt des 19. Jahrhunderts und in den Jahren um die Jahrhundertwende entstanden dann die ersten Betriebe in Wernshausen, z.B. das Holzhandelsgeschäft Fischer und die Papierfabrik. Das Wappen vereint die Symbole der wirtschaftlichen Entwicklung und weist auf die mit Wernshausen verbundenen Traditionen Flößerei, Holzverarbeitung und Papierherstellung hin.

Heute leben in Wernshausen und seinen Ortsteile Niederschmalkalden und Helmers insgesamt 2800 Einwohner auf einer Fläche von 2628,71 ha. Industrie, Gewerbe, Handels- und Dienstleistungseinrichtungen prägen das wirtschaftliche Umfeld, die Silhouette des Ortes und das Leben der Bürger. Zahlreiche Übernachtungsmöglichkeiten und eine gepflegte Gastronomie laden zum Verweilen ein und verwöhnen die Bürger und Gäste unserer Gemeinde.